© Marco Brösch

St. Nikolaus-Hospital Cusanusstift

Das von Nikolaus von Kues 1465 gegründete Hospital dient noch bis heute als stilvoller Alterssitz für Senioren. Am Ufer von Kues gelegen, bietet sich dem Besucher nicht nur von außen ein herrlicher Blick auf die spätgotische Stiftsanlage. Auch im Innern des Stifts können der mittelalterliche Kreuzgang, die gotische Kapelle und die Bibliothek zu ausgewählten Zeiten bewundert werden.

Mit dem Bau der Nikolaus von Kues gegründeten Seniorenresidenz wurde bereits vor seiner Erhebung zum Kardinal im Jahr 1450 begonnen. In Übereinkunft mit seinem Vater, seinem Bruder Johannes und seiner Schwester Klara sollte das gesamte elterliche Erbe in die Stiftung des Hospitals fließen. Die Stiftung wurde nach Nikolaus von Myra, dem Namenspatron des Kardinals benannt. Zwischen 1452/53 und 1456 wurde die gesamte Anlage für 10.000 rheinische Goldgulden errichtet.
An der Schönheit und Würde dieser Stätte hat sich auch in der Gegenwart nichts verändert, wenn auch die Gärten nicht mehr in dem alten Umfang bestehen. Mittlerweile beherbergen die Gebäude ein Wohnviertel für ältere Mitbürger und die Akademie Kues als Seniorenakademie und Begegnungsstätte.

Ein Stift im Dienst der Menschen
Die Stiftungsurkunde wurde am 3. Dezember 1458 ausgestellt. Danach soll das Haus nach der Zahl der Lebensjahre Christi 33 bedürftigen, mindestens 50 Jahre alten Männern – darunter sechs Geistliche und sechs Adlige – Wohnung und Unterhalt gewähren. Die Einweihung seiner Stiftung und die Aufnahme der ersten Pfründer erfolgten erst nach dem Tod des Kardinals. Seither steht das Stift bis heute ununterbrochen, Tag und Nacht, im Dienst an den Menschen.

Hier schlägt das Herz von Cusanus
Die Kapelle gehört zu den bedeutendsten gotischen Bauwerken der Mosel. Sie besteht aus zwei Teilen: dem nahezu quadratischen Laienraum und dem etwas schmaleren Chorraum. Im Chorraum der Kapelle steht ein dreiteiliger Flügelaltar aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts mit Szenen aus der Passion Christi. Darauf findet sich im mittleren Teil eine der ältesten Abbildungen von Nikolaus Cusanus, die den Gründer des Hospitals kniend unter dem Kreuz darstellt. Im Altarraum kann man ferner auch das Herzepitaph des Nikolaus von Kues bewundern, eine Grabplatte aus Messing, unter der das Herz des Cusanus in einer Bleikapsel ruht.

St. Nikolaus-Hospital Cusanusstift - Wertvolle Räumlichkeiten mit Historie
Der Kreuzgang ist nach dem Innenhof geschlossen. Jeder Flügel hat ein eigenes Netzgewölbe, doch als Gesamtwerk bilden sie eine harmonische Einheit. Im Erdgeschoss des Hospitals liegt der schönste Raum aus der Bauperiode des 18. Jahrhunderts. Es ist der barocke Konventsaal mit prachtvoller Stuckdecke und fünf Gemälden des Malers Johannes Leutzgen aus Graach. Auf der Stuckdecke, die als eine der wertvollsten im Trierer Land gilt, lassen sich neben den beiden Wappen des Cusanus weiterhin die Symbole verschiedener geistlicher Rangstufen sowie allegorische Darstellungen der vier Kontinente erkennen. Das Obergeschoß über der Sakristei, nach einer umfassenden Renovierung nunmehr über eine Wendeltreppe im kleinen Innenhof erreichbar, enthält die Bibliothek des Nikolaus von Kues. Es ist eine der kostbarsten Privatbibliotheken der Welt, weil sie in einzigartiger Weise den größten Teil der Handschriftensammlung eines großen humanistischen Gelehrten für die Nachwelt erhalten hat. Auch die astronomischen Instrumente aus dem Besitz des Kardinals sowie die Urkunden des Hospitals werden hier aufbewahrt.
Die Bibliothek enthält außerdem die Hauptwerke des Nikolaus von Kues sowie die eigenhändig aufgeschriebenen Entwürfe seiner Predigten.Zu seinen wichtigsten Werken gehören u. a. „De concordantia catholica“, „De docta ignorantia“, „De visione Die“, „De pace fidei“.

Auf der Karte

Cusanusstraße 2

54470 Bernkastel-Kues

DE


Tel.: (0049) 6531 2260

Fax: (0049) 6531 94087

E-Mail:

Webseite: www.cusanus.de

Allgemeine Informationen

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten 2021:

Kapelle:
Sonntag – Freitag: 9:00 Uhr – 18:00 Uhr
Samstag: 9:00 Uhr – 15:00 Uhr

Bibliothek:
Besichtigung nur im Rahmen der Führungen
Benutzung für Wissenschaftler nach Vereinbarung

Führungen:
April – Oktober: Dienstag 10:30 Uhr und Freitag 15:00 Uhr


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