Das "Gebrannte" Kreuz bei Schöndorf

"Gebranntes Kreuz zur Erinnerung an die Pest anno 1690 und die Brandkatastrophe anno 1855 in Schöndorf"

Am Weg zwischen Schöndorf und Lonzenburg steht ungefähr ein Kilometer nordwestlich von Schöndorf ein Holzkreuz, umwachsen von Birken und Säulenwachholdern. Davor wurde eine kleine Rasenfläche angelegt. Inmitten dieser Fläche befindet sich eine Gedenktafel, in die folgende Inschrift eingraviert ist:

"Gebranntes Kreuz zur Erinnerung an die Pest anno 1690 und die Brandkatastrophe anno 1855 in Schöndorf"
Dieses Holzkreuz wurde 1888 aufgestellt.
Der Schöndorfer Schulchronik entnehmen wir, dass an dieser Stelle bereits andere Kreuze gestanden haben: "Geht man von Schöndorf die Höhe nach Lonzenburg hinan, so gewahrt man in einer Schlehdornhecke verborgen ein morsches Holzkreuz. Es ist ein 2 m hohes Kreuz, an dem ein Corpus aus billigem Stahlblech hängt. Schon lange muss das Kreuz an dieser Stelle gestanden haben. Vor ihm soll ein anderes Kreuz hiergewesen sein. Das jetzige trägt die Jahreszahl 1870."

Wie könnte es zu dem Namen "Gebranntes Kreuz" gekommen sein? Vieleicht ist es in Erinnerung an ein Großfeuer in Schöndorf errichtet worden. Im Jahre 1855 wütete ein furchtbarer Brand, der 24 Häuser mit Scheunen und Stallungen vernichtete. Gleichwohl könnte es "Gebranntes Kreuz" genannt worden sein, weil die Kreuzbalken dunkel und schwarz geworden sind; das Holz erscheint angebrannt.

Es könnte auch, wie auch seine Vorgänger, in Gedenken an ein Hungerjahr 1816/17 errichtet worden sein.

Vieleicht hat man einst in Erinnerung an den Schwarzen Tod, die Pest, das Kreuz an diese Stelle gesetzt. Die Chronik berichtet, dass 1690 fast die Hälfte der Einwohner von Schöndorf von der Pest dahingerafft worden sind.

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