Weinkunde

 

In keinem anderen Land gibt es so viele verschiedene Qualitätsstufen der Weine wie in Deutschland.
Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, haben wir für Sie
eine Liste mit den wichtigsten Beschreibungen zusammengestellt.

Tafelweine:
- Nur geringe Qualitätsanforderungen                                       
- Keine Angabe der Rebsorte nötig ab 44° Oechsle

Landwein:
- Gehobene Stufe des Tafelweins
- Angabe des Landstrichs aus dem die Trauben stammen ab 47°
   Oechsle

Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (Q.b.A):
- Bezeichnung für Weine höherer Güteklassen
- Müssen 100% aus einem der 13 deutschen Anbaugebiete stammen ab 55° Oechsle

Qualitätswein mit Prädikat (Q.m.P):
- Höchste Qualitätsanforderungen
- Weine werden je nach Reifegrad, also ihrem Mostgewicht und der
   Leseart mit einem von 6 Prädikaten ausgezeichnet, das immer auf den Etiketten stehen muss.

Im Herbst ein ganz besonderes Vergnügen - der Federweißer!
Wenn sich im Herbst die Blätter färben und die ersten Trauben gelesen sind, dann ist die Zeit für den Federweißer. Beim Angären treten in den Fässern mit dem neuen Most Hefepilze in Aktion. Diese wandeln den Zucker der Trauben in Alkohol und Kohlensäure um, wobei sich der Most dabei weißlich färbt. Seine milchig trübe Farbe erinnert an tausend wirbelnde Federchen, daher auch der Name Federweißer. In anderen Regionen wird er auch als Rauscher, Sauser oder Bitzler bezeichnet. Der Federweißer ist ein Getränk mit fast allen Geschmackseigenschaften, die der neue Weinjahrgang später haben wird. Er enthält viele Vitamine, vor allem Vitamin B1 und B2. Viele Straußwirtschaften bieten diese Köstlichkeit zusammen mit einem Stück Zwiebelkuchen an das ein ganz besonderes Genusserlebnis bietet.

Qualitätsweine:

Kabinett:
- Leichte, zarte Weine mit mäßigem Alkoholgehalt aus reifen
   Trauben
- Mindestmostgewicht ab 73° Oechsle

Spätlese:
- Reife, elegante Weine mit feiner Frucht, die später gelesen
   werden                       
- Mindestens ab 80° Oechsle

Hochgewächs:
- Eine seit 1987 eingeführte Bezeichnung für einen „Typenwein
   besonderer Herkunft“
- kann in allen deutschen Anbaugebieten produziert werden
- Darf ausschließlich aus der Rebsorte Riesling gekeltert werden
- Sie müssen mindestens 7 °Oe mehr Mostgewicht
   als der vorgeschriebene Mindeswert aufweist und einen
   natürlichen Alkoholgehalt haben, der zumindest um 1,5% vol
   über den, für das Anbaugebiet geltenden, Richtwerten liegt
- Bei der Prüfung zur amtlichen Prüfnummer müssen die Weine
   zumindest 3,0 (statt 1,5) Punkte erzielen.

Auslese:
- Edler Wein aus vollreifen Trauben (kleiner Anteil überreifer
   Beeren) Mindestens 88° Oechsle

Beerenauslese:
- Volle, fruchtige Weine aus überwiegend überreifen oder
   edelfaulen Beeren
- Hoher Reifegrad und hohes Mostgewicht, besitzt oft das Aroma
   der Botrytis-Edelfäule
- Farbe erinnert an Bernstein, kann lange gelagert werden
- ab 110° Oechsle

Trockenbeerenauslese:
- Nur rosinenartig eingeschrumpfte und edelfaule Beeren,
   ausnahmslos überreife Trauben
- extreme Alterungsfähigkeit über Jahrzehnte mindestens 150°
   Oechsle

Eiswein:
- Aus vollreifen, am Rebstock gefrorenen Trauben gewonnen, bei
   denen die Inhaltsstoffe der Beeren durch Frost konzentriert
   wurden
- Bei der Lese im Weinberg muss eine Temperatur von
   mindestens -7 °C herrschen
- Die Trauben dürfen nur im gefrorenen Zustand gelesen und
   gekeltert werden, sodass nur das stark Aroma und das
   zuckerhaltige Konzentrat ausgepresst wird
- Das Mostgewicht muss mindestens das einer Beerenauslese
   sein

für weitere Informationen rund um den Weinanbau an der Mosel klicken Sie hier

Die neue trockene Qualitätspyramide der deutschen Wein:

Haben Sie beim Weineinkauf schon mal verwirrt auf das Etikett geschaut und sich gefragt, was die neuen klangvollen Namen Classic und Selection eigentlich bedeuten? 

Kein Problem- hier die wichtigsten Informationen in Kürze:

Classic hat Klasse:
Wenn Sie einen Wein mit dem Signet „Classic“ auf dem Etikett kaufen, dann erwartet Sie ein Wein mit dem Geschmacksbild harmonisch trocken. Classic-Weine sind gehaltvoll, kräftig und aromatisch und genügen gehobenen Qualitätsansprüchen.

Classic signalisiert:
- Ein Wein aus einer klassischen, gebietstypischen Rebsorte
- Zugelassene Rebsorten an Mosel-Saar-Ruwer: Riesling,
   Rivaner, Elbling, Weiß- und Grauburgunder
- Der Restzucker ist auf max. 15 g/l beschränkt
- Der Alkoholgehalt beträgt mindestens 11,5%
- Die Geschmacksrichtung findet sich nicht auf dem Etikett

Oder darf es eine Selection sein?
Der Begriff "Selection" signalisiert dem Weinfreund einen trockenen Spitzenwein aus einer gebietstypischen Rebsorten von hervorragender Qualität. Niedrige Erträge und ein hohes Mindestmostgewicht sorgen für exzellente Weine. Bei einer sensorischen Prüfung werden die Selection-Weine auf ihre sortentypischen Aromen und Eleganz geprüft. 

Damit ein Wein sich Selection nennen darf, müssen viele Bedingungen erfüllt sein:
- Nur ausgewählte Standorte kommen für den Anbau von
   Selection-Weine in Frage
- Gebietstypische Rebsorten, geringer Ertrag 60hl/ha maximal
- Das Mindestmostgewicht beträgt 88° Oechsle
- Die Trauben dürfen nur von Hand gelesen werden
- Der Restzucker ist auf maximal 9 g/l beschränkt (Ausnahme bei
   Riesling)
- Die Angabe der Einzellage, der Rebsorte und des Jahrgangs auf
   dem Etikett kommt hinzu
- Die Geschmacksrichtung trocken steht nicht auf dem Etikett