2000 Jahre Weinkultur

Schon in der Antike kelterten, an der Mosel, Winzer ihre Trauben.
Sie waren im Gefolge der Legionen gekommen, die Teile der germanischen Gebiete erobert hatten.
Das nahe Trier, Augusta Treverorum genannt, war eine Weltstadt, entsprechend hoch war sein Bedarf an Wein,
einem schon von den Römern geschätzten Getränk.

Die keltischen Einwohner der Region schätzten bereits um 500 v. Chr. den Wein als Genussmittel. Ob sie schon Weinreben anbauten, ist nicht belegt. Um 50 v. Chr. eroberten römische Legionen das Moselland und gründeten im Jahr 17 v. Chr. Trier. Die steigende Nachfrage der wachsenden militärischen und zivilen Bevölkerung der Stadt führte zur Anlage von Rebflächen im großen Stil. Damit begann die Epoche des Weinbaus an der Mosel. Noch heute kann man Reste römischer Kelteranlagen bestaunen. Auch das Neumagener Weinschiff, ein steinernes römisches Grabmal, ist ein eindrucksvolles Relikt aus dieser Zeit.
Nach dem Ende des Römischen Reiches übernahmen die Klöster als größte Landbesitzer eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung des Weinbaus. Im Hochmittelalter kamen mit den aus Burgund stammenden Zisterziensermönchen auch deren Weinbaukenntnisse ins Moselland und verschafften der Region einen beträchtlichen Wissensvorsprung.

Frühe Qualitätssicherung

Von der großen Bedeutung des Weinbaus für die Region zeugt, dass der letzte Trierer Kurfürst, Erzbischof Clemens Wenzelslaus von Sachsen, im 18. Jahrhundert Maßnahmen zur Förderung des Qualitätweinbaus verfügte: Minderwertige Reben ließ er roden und durch bessere Sorten, vor allem durch Riesling ersetzen,  eine Entscheidung, die das Gebiet bis heute prägt: Von 8.776 ha Weinbergfläche sind 5.350 ha mit dieser edlen Rebsorte bepflanzt.
Nach der Französischen Revolution brachte die Enteignung kirchlicher Güter das Ende des klösterlichen Weinbaus. Zugleich entstand eine frühe Form des Weintourismus: Englische Künstler ließen sich von der dramatischen Landschaft und den edlen Weinen an die Mosel locken, unter ihnen einer der bedeutendsten romantischen Maler: William Turner. Hier schuf er etliche Aquarelle und Gouachen. Auch Goethe beschrieb die Gegend in seinen Werken.

Krise und Blütezeit des Mosel-Rieslings

Nach dem Ende der Napoleonischen Ära 1815 brachte die repressive Handelspolitik des Königreichs Preußen in den 1830er Jahren viele Weinbauern an den Rand der Existenz. Die große Not der Winzer beeinflusste auch die Gedankenwelt des wahrscheinlich bekanntesten Sohnes der Stadt Trier, Karl Marx.
Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlebte der Weinbau an der Mosel, nicht zuletzt aufgrund der Förderung durch den Preußischen Staat, wieder eine große Blütezeit. Seine Steillagen-Rieslinge waren die begehrtesten und teuersten Weißweine der Welt. Man trank sie an den Höfen der Monarchen von London bis St. Petersburg in den Spitzenrestaurants von Berlin bis Paris.

Fortschritt und Erbe

Nach dem Zweiten Weltkrieg sorgten die große Nachfrage nach fruchtigen Weißweinen und die Mechanisierung des Weinbaus für eine gewaltige Steigerung der Weinproduktion an der Mosel, mitunter auf Kosten der Qualität. Die Rebfläche wuchs von 7.500 Hektar Ende der 1950er, auf 12.300 Hektar Anfang der 1990er Jahre.
Heute besinnt sich eine neue Winzergeneration wieder auf die ursprünglichen Stärken der Region. Lange nicht genutzte Steilhänge werden mit Riesling bestockt und in Handarbeit gepflegt. Die internationale Ausbildung der ehrgeizigen Jungwinzer und die charakteristische Kombination aus Schiefergestein, Mikroklima und Rebsorte bringen wieder weltweit begehrte mineralische Weine von singulärem Charakter und ausgesprochener Eleganz hervor.

Was wir kultivieren:

* Riesling (61% der Rebfläche)
* Müller-Thurgau, auch Rivaner gegannt (12,4 % der Rebfläche)
* Elbling (6 % der Rebfläche)
* Weißburgunder, auch Pinot blanc genannt (3,4 % der Rebfläche)
* Spätburgunder, auch Pinot noir genannt (4,3 % der Rebfläche)
* Dornfelder (3,7 % der Rebfläche)
* Sonstige Rebsorten (9,2 % der Rebfläche)